Siebens Sachen

Was heißt schon alt?

Retro Computing


Logikus
Jahrgang 1958: Vermutlich war es die Apollo-Berichtserstattung, die mich zuerst auf die Wunderdinge "Computer" aufmerksam gemacht hat. Mit Computerhilfe war es offenbar möglich, ein Raumschiff zum Mond zu schicken und es wieder zurückzuholen. Ich muss meine Begeisterung darüber auch so deutlich gemacht haben, dass ich 1969 plötzlich im Besitz eines Computers war. Das war ein Spielcomputer Logikus, dessen Konzept ich auch heute noch faszinierend finde: Wo in all den Drähten steckt eigentlich das Programm? Dann war eine Weile Ruhe.

Programma 101
Weiter ging es 1976 in der Gießener Liebigschule. Einige der Mathe- und Physiklehrer hatten Spender für den Kauf einer Olivetti Programme 101 finden können. Die war richtig teuer und richtig schwer! (Bildquelle: Wikipedia) An Tagen der Offenen Tür spielte sie NIM gegen die Eltern und ansonsten durften sich Interessierte damit befassen. Die Programmierung war "maschinennah" und mühsam. Die bald folgenden HP-25 Taschenrechner waren da schon komfortabler. Ich bin der Schule noch immer sehr dankbar, dass ich eine solche Wundermaschine ausleihen durfte.

Commodore 3032
Mit einem Commodore 3032 kam dann der nächste große Schritt - keine Angst die Aufzählung endet damit. In dem Institut, in dem ich meine Zivildienst gemacht habe, gab es eine 3032 aber erst mal niemanden, der dafür Programme schreiben konnte. Die Dokumentation war spärlich, und kleinste Schritte brauchten Zeit. Das war mir egal. Ich war der (einer der) Herren der Maschine und bekam noch etwas Geld für meine "Arbeit". Bildquelle für den 3008: Wikipedia)

Mein Interesse für das Retro Computing bezieht sich aber nicht auf den Teil der Entwicklung, den ich selbst erfahren konnte, sondern auf dass, was aus Alters- oder Geldgründen an mir vorbeigegangen ist. Es gibt eine verblüffend große Community, die entweder echte alte Geräte pflegt oder sie über Simulatoren wiederbelebt. Um Letzteres geht es in den folgenden Abschnitten.